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Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Reihe von Teams, die gemeinsam business-relevante Features umsetzen müssen. Jedes Team entwickelt für seinen Bereich User Storys. Wenn ein Team seine User Storys für ein Feature umgesetzt hat, arbeitet das nächste Team an seinen User Storys im Rahmen der Features.
Die Varianz des Team-Durchsatzes (User Storys/Sprint) hat einen enormen Einfluss auf die teamübergreifende Lieferfähigkeit. Dabei verstehen wir unter Varianz hier die Häufigkeit, mit der Abweichungen von der Durchschnittsgeschwindigkeit (8 Storys/Sprint) auftreten. Bei 0% Varianz arbeiten alle wie Maschinen (immer 8 Storys/Sprint). Bei 100% Varianz ist jeder Sprint turbulent und die Leistung schwankt in jedem Schritt stark (zwischen 0 und 16 Storys/Sprint).
Je größer die Varianz, desto stärker schaukeln sich Varianzen auf. Das erklärt ein Phänomen, das sich immer wieder in der Praxis beobachten lässt: Jedes Team schätzt, arbeitet und liefert mustergültig. Die business-relevanten Features verzögern sich trotzdem. So kann es leicht passieren, dass trotz "optimaler" Planung immer nur 40% der eingeplanten business-relevanten Features wie geplant geliefert werden. Die Ursache sind sich aufschaukelnde Varianzen.
Erfahren Sie mehr in einem unserer Webinare.
Die Simulation veranschaulicht das Phänomen. Stellen Sie die Varianz ein und starten Sie die Simulation. Immer wenn ein Team wegen fehlender Vorarbeit seine Leistung nicht vollständig auf die Straße bringen kann, wird es rot markiert.
Sprint: 0
Ø Durchsatz: 0
Durchlaufzeit: Ø 0 | Min 0 | Max 0
Verteilung der Durchlaufzeiten
Wenn Sie die Varianz auf 0% stellen, arbeitet jedes Team in der immer gleichen Geschwindigkeit. Jedes Team liefert perfekt. Da es keine Varianzen gibt, können sich diese nicht aufschaukeln und business-relevante Features würden wie geplant geliefert werden.
Sobald Sie die Varianz erhöhen (z.B. 50%), passiert etwas Spannendes: Ein Team hätte Kapazität, um an einem Feature zu arbeiten, wird aber ausgebremst, weil das vorgelagerte Team seine Arbeit noch nicht abgeschlossen hat. Gleichzeitig staut sich Arbeit vor anderen Teams. Diese Effekte schaukeln sich mit der Zeit auf.
Teamübergreifende Lieferfähigkeit geht verloren, nicht weil die Teams langsam sind, sondern weil das gewählte Arbeitssystem dazu führt, dass sich Varianzen aufschaukeln.
Das Verteilungsdiagramm oben zeigt dies eindrucksvoll: Bei hoher Varianz "wandert" die Verteilung nach rechts (rote Balken) und wird breiter. Das System wird unvorhersehbar.
Lieferfähigkeit entsteht nicht durch lokalen Druck, sondern durch die Wahl eines geeigneten Arbeitssystems und systemischer Steuerung.
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